Venedig: die schwimmende Lagunenstadt

San Marco, die Markuskirche in Venedig

San Marco, die Markuskirche in Venedig

Karneval, Gondeln, wasserumspülte Paläste, Tauben auf der Piazza San Marco, der steinerne Markuslöwe – dieses Bild verbindet wohl jeder mit Venedig, selbst wenn er die Stadt selbst noch nie besucht hat. Die Lagunenstadt wirkt gleichzeitig altehrwürdig und zeitlos. Alles wirkt elegant und doch bröckelt hier und da etwas die Fassade.

Bekanntermaßen ist die Stadt über die Jahre ein wenig „versunken“ – Hochwasser, acqua alta, sind keine Seltenheit. Venedig sollte man also besser früher als später erkunden!

Venedig und seine Geschichte

Die Anfänge der Hafenstadt gehen bis in das Jahr 500 n. Chr. zurück, als einige Festland-Bewohner gezwungen waren, vor den Langobarden in die Lagune zu fliehen. Nach einiger Zeit verbanden sie die vielen kleinen Inseln mit Brücken und errichteten eine Stadt auf Stelzen. Es entstand ein Labyrinth aus Gassen und Plätzen, welches heute noch von ca. 175 Kanälen durchzogen wird.

Ab 679 wurde ein Duca (von lat. dux = Führer) gewählt, der Venedig regierte. Bis zum Jahr 1797 gab es insgesamt 120 von den heute Dogen genannten Stadtregenten. Zunächst war der Doge noch abhängig von Ostrom, wurde aber nach und nach immer mächtiger und selbstständiger.

828 wurde der Leichnam des Markus nach Venedig geschmuggelt. Die Reliquien des Heiligen haben bis heute eine hohe Bedeutung für die Stadt. Etwa ab dem Jahr 1000 stieg Venedig dann zur Weltmacht auf. Der Orient-Handel und der Handel mit dem byzantinischen Reich liefen vornehmlich über die Lagunenstadt und auch die Versöhnung von Papst Alexander III. und Kaiser Friedrich Barbarossa wurde in der Markuskirche erwirkt (1177).

1348 brach die Pest in Venedig aus und raffte rund drei Viertel der Einwohner dahin.

Im 15. Jahrhundert nahm die Bedeutung Venedigs ab. Schuld daran war zum einen, die Entdeckung des Seeweges nach Indien durch Vasco da Gama. Zum anderen minderte die geringe Größe des Kleinstaats den politischen Einfluss.

1797 dankte schließlich der letzte Doge ab und Napoleon löste die Adelsrepublik auf. Daraufhin folgt ein ständiger Wechsel der Herrschaft über Venedig. Zunächst besetzen die Franzosen die Lagunenstadt und nehmen eines ihrer Symbole, die Pferde von San Marco, mit nach Paris. Wenig später verlassen die Franzosen das Gebiet und die Österreicher ziehen in die Stadt. Nach der Dreikaiserschlacht von Austerlitz gehört Venedig zu Italien, dann erneut zu Österreich und ab 1866 wieder zum Königreich Italien.

Lange Zeit verfällt Venedig. Es mangelt an wirtschaftlichen Grundlagen. Bis heute ist der Tourismus die stärkste Einnahmequelle.

Das größte Problem in der heutigen Zeit ist der Exodus: viele, vor allem junge, Bewohner verlassen Venedig, ziehen in die günstigeren Wohnungen auf dem Festland und kommen nur noch zum Arbeiten in die Stadt. Heute leben weniger als 60.000 Einwohner im centro storico – im Vergleich zu den etwa elf Millionen Touristen pro Jahr eine verschwindend geringe Zahl.

Die 5 wichtigsten Sehenswürdigkeiten

1. Piazza San Marco mit Markusdom und Dogenpalast

Napoleon nannte ihn den „schönsten Salon der Welt“: der 175 Meter lange Markusplatz. Ihn umgeben unter anderem der prächtige Dogenpalast (Palazzo Ducale), der noch heute von der einstigen Macht der Stadt zeugt, und die imposante Markuskirche mit ihren fünf Kuppeln. Die Piazza San Marco ist das Herz Venedigs!

VCE, Venedig, Sonnenaufgang über dem Markusplatz in Venedig, gekauft über Fotolia

Sonnenaufgang über dem Markusplatz in Venedig

2. Canal Grande

Entlang prächtiger Palast-Fassaden windet sich die wichtigste Wasserstraße Venedigs: der Canal Grande. An Bord eines Vaporetto lässt sich ein erster Eindruck der außergewöhnlichen Lagunenstadt gewinnen.

Santa Marie della Salute in Venedig

Santa Marie della Salute am Canal Grande in Venedig

3. Galleria dell’Accademia

500 Jahre venezianische Malerei vereinen sich in diesem Museum am Canal Grande. Dies macht sie zu einer der bedeutendsten Galerien der Welt. Zu bestaunen gilt es unter anderem Meisterwerke folgender Künstler: Bellini, Veronese, Guardi und Tizian.

4. Rialtobrücke

In Venedig existieren mehr als 400 Brücken und doch ist die Rialtobrücke etwas Besonderes. Im 16. Jahrhundert gebaut, war sie bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts der einzige Fußweg über den Canal Grande. Heute ist sie unzählige Male fotografiert worden und weltbekannt.

VCE, Venedig Rialtobrücke, gekauft über Shutterstock

Die Rialtobrücke

5. Frari-Kirche

Hier befindet sich das Grab Tizians und sein beeindruckendes Ölgemälde „Mariä Himmelfahrt“ (Assunta).

Besuchen Sie Venedig und lassen Sie sich in den Bann dieser Stadt ziehen! Venedig mit AL.EX Reiseservice

1 Stern2 Stern3 Stern4 Stern5 Stern Bewerten Sie den Blogbeitrag!
Loading...