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Alter Schwede und alle Wege führen nach Rom: 5 ortsbezogene Redewendungen

Manche Redewendungen gehören einfach zum alltäglichen Sprachgebrauch. Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, woher diese Aussagen eigentlich stammen? Wir erklären fünf orts- bzw. länder-bezogene Redewendungen, die Ihnen wahrscheinlich auch schon über die Lippen gekommen sind.

5 Redewendungen

„Alter Schwede“

Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurden erfahrene schwedische Soldaten für das preußische Herr als Ausbilder angeworben. Da diese sehr beliebt waren, begrüßte man sie bald freundschaftlich mit „Alter Schwede“. Später begann man, gute Freunde mit „Alter Schwede“ anzusprechen. Die Redewendung wird aber häufig auch zum Ausdruck großen Erstaunens verwendet.

Königliches Schloss Stockholm Foto: Henrik Trygg

Königliches Schloss Stockholm
Foto: Henrik Trygg

„Alle Wege führen nach Rom“

Die Herkunft dieses Sprichworts geht wohl bis ins frühe Mittelalter zurück. Es beruht auf der Vorstellung von Rom als Mittelpunkt des christlichen Reiches. Es sollte die damalige Macht des Papstes betonen. Heute nutzt man es, um auszudrücken, dass viele Möglichkeiten zum gewünschten Ziel führen können.

„Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“

Der Legende nach wurde Rom bereits 753 vor Christus von den Brüdern Romulus und Remus gegründet. Von diesem Zeitpunkt an wuchs die Ewige Stadt immer weiter. Großartige Bauten entstanden und die Bevölkerungszahl stieg stetig an. Eine Stadt wie Rom zu errichten kostete viel Zeit und ebenso kostet es viel Zeit und Geduld etwas erfolgreich umzusetzen. Dies ist die heutige Bedeutung der Redewendung. Man könnte auch sagen „Gut Ding will Weile haben“.

Remus und Romulus Redewendungen

Remus und Romulus Foto von Stefano Costantini über Flickr.com

„Leben wie Gott in Frankreich“

Diese Aussage soll zum einen auf die Ständeordnung in Frankreich vor der französischen Revolution zurückgehen. Dem Klerus, dem ersten Stand, mangelte es nicht an Wohlstand und Privilegien. Stellvertretend für die gesamte Geistlichkeit wird Gott in dem Sprichwort genannt. Zum anderen soll die Aussage auch darauf zurückgehen, dass die katholische Kirche nach der Revolution stark an Macht verlor. Es hieß, Gott habe in Frankreich keine Aufgabe mehr und könne es sich ohne Pflichten bequem machen. Heute benutzen wir diese Redewendung, um ausdrücken, dass es sich jemand sehr gut gehen lässt und sorgenfrei ist.

„Das kommt mir spanisch vor“

Dies stammt wahrscheinlich aus der Zeit als Kaiser Karl V., welcher seit 1516 spanischer König war, 1519 auch noch zum deutschen Kaiser gekrönt wurde. Er brachte vollkommen neue Sitten und Zeremonien mit an den deutschen Hof, was den Untertanen dort ungewohnt und somit merkwürdig erschien. In anderen Sprachen gibt es unterschiedliche Versionen dieser Redewendung, die allerdings alle Unverständnis ausdrücken. So sagen die Engländer „That’s Greek to me“ (Das kommt mir griechisch vor) und sowohl die Franzosen als auch die Spanier sagen „C’est du chinois“/ „Esto me suena a chino“ (Das kommt mir chinesisch vor).

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